
Ein Haus in sieben Wochen
Prototyp-Holzhäuser für Sansibar in Rekordzeit gebaut
Der Chef folgte seiner Nase. „Riecht das Holz nicht wunderbar?“, musste Sebastian Dietzold feststellen, als er die Baustelle der neuen „Vizazi“-Häuser in Fumba Town besuchte. Vizazi – das auf Suaheli „Generationen“ bedeutet – ist eine moderne Bauweise, die komplett aus Holz besteht und eine besonders ökologische Bauweise darstellt. Einer der vielen Vorteile: Fertighäuser aus Holz sind in kürzester Zeit aufgebaut, ein großes Plus für Sansibar, wo Unterbrechungen in den Lieferketten in der Vergangenheit zu erheblichen Verzögerungen in der Baubranche geführt haben.
Fumba Town, the new eco settlement being built just outside Zanzibar City, already has a good number of timber bungalows alongside conventional stone houses. But the three-storey Vizazi homes, a modern version of Victorian row houses entirely made of cross-laminated timber (CLT), are still pioneering ground, a test-run for the next, hugely ambitious project to be realised here, the world’s highest timber apartment building, the Burj Zanzibar with 28 floors. Thus it became almost a competition, a race against time on the construction ground when the first block of four Vizazi row houses was started in December. The race was won: the outer shell was successfully completed exactly seven weeks later in January.
Betonfundament
„Bauen mit vorgefertigten Holzelementen fühlt sich an wie LEGO oder ein 3D-Puzzle“, kommentierte der niederländische Architekt Leander Moons, der in New York praktiziert und Hauptdesigner von Fumba Town ist, „jedes Element muss seinen genauen Platz finden.“ Woche Nr. 1 begann mit der Vorbereitung des Betonfundaments, das die hölzernen Wandelemente für den ersten Block mit vier Häusern und sechs Wohneinheiten tragen sollte. Der Betonsockel ist der einzige konventionelle Teil des gesamten Gebäudes. Internationale Fernsehteams filmten das neue afrikanische Projekt.
Vor Ort war Ingenieur Wolfgang Hebenstreit von Binderholz, einem der weltweit größten und renommiertesten Hersteller von Massivholz, anwesend und beobachtete den Prozess aufmerksam. Das österreichische Unternehmen wurde als einer der Lieferanten für Fumbas Holzambitionen unter Vertrag genommen. Vorerst werden vorgefertigte Holzteile aus Europa importiert. In Zukunft wird Tansania voraussichtlich seine eigenen Plantagen aus nachwachsendem Holz sowie seine Produktionsanlagen erweitern.
„Der Holzanbau kann in Tansania viele Arbeitsplätze schaffen“, sagt Thomas Just, Holzexperte und Inhaber der Firma Volks.house in Fumba Town. Seine Tischlerei direkt auf der Halbinsel Fumba beschäftigt über hundert Arbeiter und hat fast 200 Tischler und Bauarbeiter ausgebildet – eine ganz neue und dringend benötigte Industrie für Sansibar. Anheben ganzer Wände
In den Wochen 2 bis 5 wurden auf der Vizazi-Baustelle mit einem 18-Meter-Kran und Muskelkraft ganze Wandpaneele, Treppen und Fensterrahmen angehoben, montiert und ausgerichtet. Die Wände werden bei der Firma Volks.house mit Elektroinstallationen und Wasserleitungen vorgerüstet. Nachts ging das Lego-Gebäude unter riesigen Plastikplanen schlafen, um eindringenden Regen zu verhindern. „Holz darf während des Baus nicht offen liegen“, erklärte Just.
Holzgebäude sind gesünder – für die Umwelt und ihre Bewohner. Bauen mit Zement und Stahl verursacht ein Drittel aller CO2-Emissionen weltweit. Von außen werden die Vizazi-Häuser mit ihren riesigen Panoramafenstern und privaten Terrassen überhaupt nicht wie Holzblockhütten aussehen. Das Holz wird mit weißen Zementfaserplatten verkleidet.
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