
Wie man eine Stadt in Sansibar verwaltet
Hinter den Kulissen von Fumba Town: Von Straßen über Schulen bis hin zu Solarenergie.
The city of the future, urbanisation on a global scale - these topics are hotly debated all over the world. Katrin Dietzold, co-founder and new town manager of Fumba Town in Zanzibar, explains priorities and challenges - on the ground.
THE FUMBA TIMES: Eine Moschee oder ein Strand, eine Schule oder ein Pier – was wird in einer neuen Stadt auf der Insel Sansibar am dringendsten benötigt?
Katrin Dietzold: Fumba Town is unique. A real estate project to create utterly needed living space in Zanzibar and Africa in a sustainable and equitable way, at the same time being attractive for private investment. For the new satellite town near Zanzibar City, with studios, apartments and villas for all budgets, our masterplan set the rules in the beginning. In the future, homeowners should participate in the decision-making process.
Was genau ist ein Stadtverwalter?
Ich bin wie der Bürgermeister. Ihre Investoren und Hausbesitzer kommen aus 60 verschiedenen Ländern. Kann es jemals einen gemeinsamen Nenner in Bezug auf Geschmack, Standards und kulturelle Werte geben? Investoren können sich darauf einigen, anderer Meinung zu sein. Sie können sich auch darauf einigen, einer Meinung zu sein. Selbst wenn mir die Meinung von jemandem nicht gefällt, kann ich sie dennoch als relevant, vielleicht sogar als nützlich akzeptieren. Es wird immer einen Kompromiss geben. Vorschriften und organisatorische Verfahren sorgen für Mehrheiten.
Was bringt die Leute dazu, bei Fumba einzukaufen?
Die Motive der Investoren sind so vielfältig wie ihre Hintergründe. Manche investieren rein aus finanziellen Gründen, andere aus emotionalen Gründen, wie zum Beispiel Käufer aus dem Oman, die in ihr Heimatland zurückkehren möchten.
Wer spricht für die Hauseigentümer?
We are just starting an Owner’s Association (OA) as stipulated by Tanzanian law and have planned a first official Town Hall meeting. One of the tasks will be to formulate community bylaws which cover just about everything from window covers to pets’ access. Every little issue sets the tone in a community.
Lassen Sie uns konkret werden. Von Qualitätsstandards bis hin zu Gärten: Wer legt die Prioritäten fest, wer macht die Regeln?
Zu Beginn entschieden der Projektentwickler und die Architekten, was und wie gebaut werden sollte, basierend auf Nachfrage und wirtschaftlichen Berechnungen. Sauberes Wasser, Elektrizität, Umweltgestaltung und Abfallrecycling standen für uns an erster Stelle. Bei anderen Immobilienprojekten haben wir möglicherweise andere Prioritäten, wie massive Straßenlaternen und einen Autobahnanschluss, aber keine Bäume. Wir haben ein anderes Konzept; der Wert von Fumba Town liegt darin, grün, zugänglich und integrativ zu sein.
Einige Anwohner beschweren sich über fehlende Straßenlaternen und staubige Straßen...
Keine Sorge, wir arbeiten an einem schönen Lichtdesign, aber ohne Lichtverschmutzung! Innerhalb von Fumba werden wir dieses Jahr unsere Straßen pflastern. Wir haben dafür eine eigene Pflastersteinmaschine gekauft, damit das Regenwasser abfließen kann. Wasserknappheit und Stromausfälle sind eine Herausforderung.
Warum gibt es in der grünen Stadt keine Solarenergie?
Tolle Neuigkeiten zum Thema Solarenergie! Nach jahrelangen Debatten haben wir mit der Regierung eine Lösung gefunden, die dies wirtschaftlich machbar macht. Solarenergie wird nach Fumba kommen.
Aber wann? In Sansibar kommt es auch im Jahr 2023 immer wieder zu Stromausfällen.
Ich verstehe, dass sich manche Hausbesitzer fragen, warum wir diese Stromausfälle nicht einfach mit Generatoren überbrücken, aber wir halten das für keine lohnende Investition. Die Dimension für eine ganze Stadt wäre einfach riesig und würde unserem Anspruch widersprechen, eine grüne, nachhaltige Stadt zu bauen. Hier ist die richtige Lösung besser als eine schnelle.
Einige Infrastrukturprobleme erfordern sofortige Aufmerksamkeit …
Das stimmt. In der kurzen Lebensdauer von Fumba Town haben wir erkannt, dass es nicht nur darum geht, Infrastruktur zu schaffen, sondern sie auch zu erhalten. Wir haben gerade neue Abteilungen eingerichtet, um die Reparaturen der Infrastruktur zu überwachen und zu beschleunigen.
Kann ich zu günstigen Preisen mieten?
Sehr sogar! Langfristige Mieten zu günstigen Preisen sind der Schlüssel. Wir sind kein Ferienort im Eldorado, sondern ein Vorort der Hauptstadt. Airbnbs sind erlaubt, sollten aber nicht dominieren. Für unsere eigenen Mitarbeiter haben wir gerade angefangen, Wohngeld zu zahlen. Das veranlasst schon viele, hierher zu ziehen.
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